Zusammenfassung

Die Franziskaner Provinz des Allerheiligsten Erlösers

 

 

 

Die Franziskaner-Provinz des Allerheiligsten Erlösers entstand im Jahr 1735 durch Teilung der Franziskaner-Provinz «Silbernes Bosnien» (Bosna Srebrena).

Zur Zeit der Teilung bestanden in der Franziskaner-Provinz des Allerheiligsten Erlösers neun Klöster (Zaostrog, Živogošće, Makarska, Omiš, Sinj, Šibenik, Knin, Visovac, Karin) und drei Hospize (Sućuraj, Sumartin und Split). Split wurde im Jahr 1836 zum Kloster, Sumartin und Imotski 1838. Im 20. Jahrhundert (1931) ge­sellen sich noch die Klöster der Hl. Mutter von Lourdes in Zagreb und St. Gabriel in München hinzu.

Um diese Klöster herum entstanden Gemeinden, in denen zum Großteil Franziskaner tätig sind. Im Jahr 2007 beschicken die Franziskaner der Provinz die Gemeinden in den (Erz)Bistümern Zagreb (1), Zadar (1), Split (34), Šibenik (39), Gospić-Senj (7) und Hvar (1). Angehörige des Ordens sind zudem missio­narisch tätig in Kanada, den USA, Slowenien und eine große Zahl auch in der Bundesrepublik Deutschland; bis vor kurzem auch in Lateinamerika und Afrika. Auf Bitten einiger deutscher Bischöfe übernahmen mehrere Franziskaner auch deutsche Gemeinden, einige sind noch heute dort tätig.

Der Sitz der Provinzialverwaltung befand sich bis 1888 in Šibenik, im Kloster des Hl. Lorenz, als der Umzug nach Split erfolgte, wo er sich auch heute noch befindet.

Bereits im 18. Jahrhundert waren die Aktivitäten der Provinz sehr ver­zweigt und vor allem auf die pastorale Arbeit gerichtet, was auch heute noch ihre Hauptaktivität darstellt. Ihre Mitglieder haben nicht nur die Menschen auf ihrem Gebiet pastoral betreut, sondern waren auch Militärgeistliche der kroa­tischen Einheiten in der Armee Venedigs und gingen als Missionare auch auf türkisches Gebiet. Einige Missionare wurden zu Provinzialen der Albanischen Provinz, einige davon auch zu Bischöfen. Viele Angehörige der Provinz trugen auch die offizielle Bezeichnung Prediger.

Für die Arbeit mit den Menschen suchten sie die effektivsten Wege der Unterweisung im Glauben zu finden. Sie hinterließen Zeugnisse eines frucht­baren literarischen Schaffens in kroatischer und lateinischer Sprache. Durch Lieder, fromme Broschüren und Handbücher suchten sie die Saat des Glaubens im einfachen Volk zu säen und zu schützen. Indem sie in Gebieten schöpferisch tätig wurden, welche erst am Beginn einer schriftlichen und literarischen Kultur standen, schufen ihre Werke verschiedener religiös-geistlicher Thematik eine ei­gene kroatische Franziskaner-Literatur, beginnend mit den Ordensangehörigen T. Babić, L. Šitović, P. Knežević bis zum kaum zu überschätzenden Andrija Kačić Miošić. Diese trugen, insbesondere nach der Befreiung von den Türken, Sorge für die geistige Erneuerung des religiösen und kulturellen Lebens, und spielten somit eine wesentliche Rolle beim Erhalt der kulturellen Einheit der von Kroaten bewohnten Gebiete.

Die Franziskaner verbanden ihre pastorale Tätigkeit mit sozial-karitativer Arbeit, oftmals unerkannt, da sie ohne große Worte verrichtet wurde. Diese Tätigkeit spiegelte sich in verschiedenen Formen des Einsatzes für den einzel­nen Menschen wider, dessen menschliche Würde bedroht war. Die Kraft des Franziskaner-Geistes sollte sich besonders in den Jahren zeigen wo Seuchen wüteten, als viele Ordensangehörige bei der medizinischen Versorgung in Dörfern und Lazaretten halfen, besonders durch das Spenden von Trost für die Erkrankten. In den Jahren des Hungers halfen die Franziskaner den Armen, ins­besondere zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und des letzten Krieges in den 1990er Jahren.

Die Franziskaner haben im kroatischen Volk, das auf diesem Gebiet lebt, ei­nige für den Orden typische Formen der Frömmigkeit und Gebete verbreitet, die nun charakteristisch für unser Volk geworden sind: Gebete den Kreuzweg betreffend, die Leiden Christi oder auch Weihnachtskrippen und -lieder. Die Frömmigkeit des Franziskus der Mutter Gottes gegenüber und die traditionelle Marienfrömmigkeit haben die Franziskaner auf spezielle Weise ins kroatische Volk getragen. Zwischen den Weltkriegen wurde mit der Herausgabe des Boten der Mutter Gottes von Sinj und nach dem Krieg mit dem des Boten Marias begonnen, die noch immer erscheinen, um Maria im Volk zu preisen. Die Provinz besitzt drei große Marienwallfahrtsorte: Sinj, Visovac und Dobri in Split, und bis vor kurzem betrieb sie auch die Internationale päpstliche Marien-Akademie (PAMI).

Die Franziskaner haben Wind und Stürmen der Geschichte getrotzt Dank der Kraft des geistigen Lebens, welche ihre Gemeinschaft stets besessen hat. Immer wenn Kleinmütigkeit oder eine zu starke Befassung mit weltlichen Angelegenheiten drohte, fanden sich in der Gemeinschaft Ordensbrüder, die mit ihrer Arbeit, und mehr noch mit ihrem vorbildhaften Leben, die Brüder zurück auf den Weg des Evangeliums führten. Im Volk verwurzelt blieb das Heiligengleiche Antlitz der Ordensangehörigen J. Glunčević, J. Ivelić (+1874.), P. Badć, V. Bilušić (+1939.) und M. Ivandić (+1942.). Heldenhaften Geist bewiesen Rafo Kalinić (+1943.) und der Diener des Herrn Ante Antić (+1965.). Der Prozess der Seligsprechung des Mitbruders Ante Antić ist initiiert, die Provinz gibt die Blätter «Dobri otac Antić» (Der gute Vater Antić) und «Bruder Rafo Kalinić heraus.

Viele Angehörige des Ordens bef assten sich mit Archäologie und Paläontologie, dem Sammeln von Liedern und Schätzen der Volkskultur. In neuerer Zeit haben mehrere Klöster Sammlungen eingerichtet, so in Sinj, Visovac, Šibenik, Zaostrog, Imotski und Sumartin. In Makarska wurde eine wertvolle Muschel-Sammlung zusammengetragen.

Der Zweite Weltkrieg hat schmerzhafte Wunden in der Gemeinschaft hinter­lassen, da die Kommunisten im Kampf um die Macht auch Gottesdiener nicht ver­schonten. Viele Franziskaner verloren ihr Leben, insbesondere Gemeindepfarrer, im Krieg und in der Nachkriegszeit (44 Getötete, 48 wurden ins Gefängnis ge­worfen, mehrere flohen in die Fremde). Gemeindekirchen und -häuser wurden beschädigt oder angezündet, Klöster verwüstet, Besitz konfisziert, Schulen das Recht auf öffentliches Wirken genommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, unter neuen und der Kirche gegenüber feindlich eingestellten gesellschaftlich-politischen Bedingungen, haben die Franziskaner die unbequeme Realität akzeptiert und predigten im Geist des gekreuzigten Christus. Als Opfer eines Einsiedlerlebens blieben die Gemeindepfarrer die Hüter der Dörfer, deren Bewohner ausgesiedelt wurden, Hüter alter Heiligtümer und alter Werte. Den schweren Bedingungen zum Trotz vergrößerte sich die Zahl der Mönche. Andere gingen ins Ausland, den zahlreichen kroatischen Auswanderern folgend. Durch ihr Verdienst wurden in der Provinz viele Klostergebäude und Kirchen erneuert, und auch neue errichtet.

Im neuen sozialistischen Staat schwelten die nationalen Gegensätze, was sich nach dem Fall des Weltkommunismus auch in Kroatien zeigte. Nach den ers­ten freien Wahlen in Kroatien im Jahr 1990 begann das großserbische Regime in Serbien und Montenegro mit Hilfe der serbisch geführten und ausgerichteten Jugoslawischen Volksarmee und der Miliz sowie eines Teils der aufgewiegelten Serben in Kroatien, mit der bewaffneten Aggression auf die Republik Kroatien. Unter Druck der aufständischen Serben und der Jugoslawischen Volksarmee mussten Kroaten und Angehörige anderer ethnischer Minderheiten massen­haft ihre Heime in den Gebieten verlassen, die durch die großserbisch-expan­sionistischen Kreise beansprucht wurden, und mussten Schutz in friedlicheren Gebieten Kroatiens oder im Ausland suchen. In Gebieten, in denen Angehörige der Provinz pastoral-seelsorgerisch tätig waren, besetzten Serben im Krieg 1991-1995 fast ein Drittel der Provinz und beschädigten zum Großteil oder bis auf die Grundmauern Kirchen und Gemeindehäuser. Die Franziskaner mussten mit den Menschen das traurige Flüchtlingsschicksal teilen und suchten die geistig und materiell am Boden liegenden Menschen zu heben. Nach der Befreiung 1995 kehrten sie mit dem Volk auf die niedergebrannten Überreste zurück und halfen beim Wiederaufbau.

Den unruhigen Zeiten zum Trotz, in denen sich die Provinz verselbstständig-te (1735), wurde bereits auf der ersten Zusammenkunft über die Unterrichtung des Nachwuchses diskutiert. Die alte Erfahrung der ehemaligen Klosterschulen im Silbernen Bosnien wiederholte sich, da es im Gebiet zwischen Neretva und Zrmanja, vom Meer bis zur türkischen Grenze auch hier keine anderen, richtigen Grundschulen gab, wo den Schüler Grundkenntnisse hätten beigebracht wer den können, und wo sie danach die Mittelschulen besuchen konnten. Neben den Fächern Lesen, Schreiben, Rechtschreibung und Grammatik erwarben die Kinder in den Schulen der Franziskaner auch Kenntnisse in anderen Fächern, die für das Leben notwendig waren. Aus solcher Unterrichtung entstanden viele ABC-Fibeln und Katechismen, aber auch Lehrbücher für Mittelschulen. Ebenso schrie­ben auch die Philosophie- und Theologie-Lektoren die Unterrichtsmaterialien und Lehrbücher für die Studenten.

Aus diesen Klosterschulen entstand im Jahr 1838 das Franziskaner-Gymnasium, das 1854, in Sinj örtlich vereinigt, bekannt wurde als erstes Gymnasium mit kroatischer Unterrichtssprache in Dalmatien.

Als Nachfolger des reichen philosophischen und theologischen Erbes auf dem Gebiet der Provinz entstanden auch die philosophisch-theologischen Lehranstalten in Šibenik und Makarska, von denen jene in Šibenik 1735 zur Generallehranstalt I. Klasse erklärt wurde, mit dem Recht Lektoren bzw. Professoren auszubilden, die im Franziskaner-Orden anerkannt waren. Durch eine Reorganisation des Schulwesens entstand daraus 1936 das Theologische Franziskaner-Seminar in Makarska, das bis zum Jahr 1999 als Regionalstudium der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Zagreb wirkte und da­nach, zusammen mit der Theologie in Split, zu einer der Gründungsfakultäten der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität in Split wurde.

Die Statuserhöhung der Schule hat die Schaffung einer Schicht von Hochgebildeten innerhalb des Franziskaner-Ordens ermöglicht, die in philo­logischen und gesellschaftlich-historischen Wissenschaften ausgebildet sind. Um die verschiedenen aktuellen geschichts-wissenschaftlichen und philoso­phisch-theologischen Fragen zu verfolgen und zu studieren, hat die Provinz die Zeitschriften «Nova revija» ins Leben gegründet sowie die liturgisch-pastorale Zeitschrift «Služba Božja» (Der Gottesdienst) sowie die wissenschaftliche Jahresschrift« Kačić».

In der Vergangenheit waren die Mitglieder der Provinz nicht nur Lektoren und Magister an den Schulen der Provinz sondern viele haben auch außerhalb der Provinz unterrichtet, an Kloster- oder Diozösanschulen.

Auch um den Preis des Opfer eines einsamen Lebens suchen die Gemeindepfarrer die Menschen in christlicher Gemeinschaft zusammenzuhal­ten, in Zeiten da Dörfer verlassen werden und da viele in die Städte ziehen oder gar das Land verlassen um ins Ausland zu gehen. Daher ist die Bewahrung ihrer Gemeinden und ihres Platzes in ihnen die Fortsetzung der Franziskanermission auf diesem Gebiet Kroatiens - die Bewahrung des Glaubens und des Volkstums, insbesondere das Pflegen der Wunden, die auch der letzte Krieg geschlagen hat.

Im Verlauf von beinahe drei Jahrhunderten haben die Angehörigen der Franziskaner-Provinz selbstlos ihr Leben zur Ehre Gottes und zum Nutzen ihrer Mitbrüder und Mitmenschen eingesetzt. Auch dieser Schematismus ist Zeugnis dieser Anstrengungen und Opfer.

 

 

Pretraži sadržaj

Aktualno

FRANJEVAČKI BOGOSLOVI

FACEBOOK STRANICA

**********************

Fra Stipica Grgat:

Otpjevni psalmi

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Promo film o Provinciji

Posjetitelji

DanasDanas1687
Ovaj mjesecOvaj mjesec59140
UkupnoUkupno4721979

Online

Trenutno aktivnih Gostiju: 63 

Administrator

franodoljanin@gmail.com